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1.

Wie das Land,
so die Menschen.

Wie das Land,
so die Menschen.

Wenn man vom Münsterland in Richtung Holland fährt und ganz, ganz kurz vorher abbiegt, liegt dort, tief im Grünen versteckt an der Ahauser Aa, der wunderschöne Landgasthof Haarmühle. Er gehört zum historischen Gut Haarmann, heute im Besitz des Fürsten Salm-Salm zu Anholt.

Wenn man vom Münsterland in Richtung Holland fährt und ganz, ganz kurz vorher abbiegt, liegt dort, tief im Grünen versteckt an der Ahauser Aa, der wunderschöne Landgasthof Haarmühle. Er gehört zum historischen Gut Haarmann, heute im Besitz des Fürsten Salm-Salm zu Anholt.

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2.

Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

ANNE BRÜGGEMANN

In der Haarmühle kann man nicht nur hervorragend essen und trinken, sondern auch rundherum gemütlich Ruderboot fahren, die alte Mühle besichtigen und zu Fuß oder mit dem Rad das grenzüberschreitende Natur-Erlebnis-Gebiet Witte Venn erkunden. Bewirtschaftet wird der Gasthof von Familie Brüggemann, heute bereits in vierter Generation von Anne und Guido Brüggemann. Sie haben gerade Besuch von Rüdiger Sasse, dessen Feinbrennerei den Gasthof seit vielen Jahren beliefert. Seine hochwertigen, regionalen Produkte genießen mittlerweile Kultstatus. Man kennt und schätzt sich gegenseitig, und während des Gesprächs spürt man etwas, das sich wohl am besten, frei nach einem bekannten Werbeslogan, mit „Wie das Land, so die Menschen“ beschreiben lässt.

Im und vor dem Lokal brummt es, fast alle Tische sind besetzt – trotz Corona-Auflagen und einem strengen Hygienekonzept. Anne Brüggemann ist stolz darauf. „Wir haben uns sehr schnell etwas einfallen lassen, um uns an die neuen Bedingungen anzupassen, Flexibilität ist nämlich das A und O, um in Zeiten wie diesen erfolgreich zu bleiben. Dabei ging es nicht nur um uns, sondern vor allem auch um die vielen Mitarbeiter, die wir hier beschäftigen.“ Ihr Mann Guido nickt. „Wir haben hier viel Gastronomie und kennen kein Konkurrenzdenken. Als es mit Corona losging, haben wir die Kollegen in den umliegenden Gasthöfen besucht und mit jedem gesprochen, das tat echt gut. Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen. Das war hier schon immer so.“ Während der ersten Zeit wurden zum Beispiel nicht alle Speisen angeboten, aber schon nach wenigen Wochen lief es in der Haarmühle spürbar wieder an. „Das liegt daran, dass wir echt alles gegeben haben, um so schnell wie möglich wieder das volle Programm bieten zu können“, erklärt Anne Brüggemann, „schließlich soll sich bei uns jeder kulinarisch rundum wohlfühlen und dabei das einmalige Ambiente hier genießen. Die Brüggemanns haben schon immer gästeorientiert gedacht und gehandelt, nur so hat man auch über Generationen hinweg nachhaltigen Erfolg.“

Rüdiger Sasse pflichtet ihr bei. „Die Gästestruktur und das Konsumverhalten wandeln sich und es entsteht ein ständiger Veränderungsdruck, unter dem die Gastronomie und die bekannte deutsche Gastlichkeit momentan besonders leiden. Aber gerade in einer Zeit, in der Angebote immer austauschbarer werden und nur noch der Preis zählt, sollte man trotzdem weiter den Mut zum eigenen Weg bewahren, einem nachhaltigen Weg, für den man langfristig denken muss. Bei den Brüggemanns und auch bei uns erkennt man dieses Denken zum Beispiel am regionalen Konzept, dem klaren Bekenntnis zur Heimat oder der kompromisslosen Qualität.“ Damit hat es die Feinbrennerei mittlerweile bis in die erste Liga der Destillerien geschafft. Sasses edler Lagerkorn aus dem Münsterland wird in Barriquefässern ausgebaut, wo er seine traditionell braune Farbe bekommt.

„Unser Getreide stammt aus dem Münsterland und wir haben unsere eigene Wasserquelle. Heimatboden, Klima, Wind, Reifung, das alles spielt eine wichtige Rolle, damit unser Korn seinen typischen Charakter entwickelt.“ Dessen „Outstanding Quality“ wurde bereits offiziell in London bestätigt, als er tatsächlich den Preis als bester Whisky gewann. „Ich bin viel international unterwegs und stelle immer wieder fest, dass wir uns hier unserer Stärken oft nicht bewusst sind. Dazu gehören für mich beispielsweise Stolz, Verwurzelung und echte Gastfreundschaft.“ Anne Brüggemann reicht duftendes Schwarzbrot, frisch gebacken im alten Backhaus der Haarmühle, und Rüdiger Sasse schenkt eine Runde „Kneipenfreund“ ein. Den hat er sich unter dem Eindruck der Coronakrise einfallen lassen, „weil man als Münsterländer anderen Münsterländern einfach hilft“. Für jede verkaufte Flasche Kneipenfreund schenkte die Feinbrennerei den von Covid-19 gebeutelten Münsterländer Gastronomen die gleiche Menge ihres feinen Lagerkorns, „als kleine Starthilfe und als Geste, dass wir an sie denken“. Besser kann man Gemeinschaft und Heimatgefühl wohl kaum vermitteln.

Weil man als Münsterländer anderen Münsterländern
einfach hilft.

RÜDIGER SASSE

3.
  1. Kornkenner vor der alten Mühle: Rüdiger Sasse, der Kornbrenner, 
    und Anne und Guido Brüggemann, die das Korn dort mahlen.
  2. Gute Nachbarn unter sich. Man trifft sich am Ufer der heimatlichen Aa, wo man schon als Kind ins kalte Wasser hüpfte.
  3. Rüdiger Sasse, German-True-Korn-Pionier aus Leidenschaft
2.

Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

ANNE BRÜGGEMANN

In der Haarmühle kann man nicht nur hervorragend essen und trinken, sondern auch rundherum gemütlich Ruderboot fahren, die alte Mühle besichtigen und zu Fuß oder mit dem Rad das grenzüberschreitende Natur-Erlebnis-Gebiet Witte Venn erkunden. Bewirtschaftet wird der Gasthof von Familie Brüggemann, heute bereits in vierter Generation von Anne und Guido Brüggemann. Sie haben gerade Besuch von Rüdiger Sasse, dessen Feinbrennerei den Gasthof seit vielen Jahren beliefert. Seine hochwertigen, regionalen Produkte genießen mittlerweile Kultstatus. Man kennt und schätzt sich gegenseitig, und während des Gesprächs spürt man etwas, das sich wohl am besten, frei nach einem bekannten Werbeslogan, mit „Wie das Land, so die Menschen“ beschreiben lässt.

4.

Stattdessen nutzt man gegenseitige Impulse und versucht, sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

ANNE BRÜGGEMANN

Im und vor dem Lokal brummt es, fast alle Tische sind besetzt – trotz Corona-Auflagen und einem strengen Hygienekonzept. Anne Brüggemann ist stolz darauf. „Wir haben uns sehr schnell etwas einfallen lassen, um uns an die neuen Bedingungen anzupassen, Flexibilität ist nämlich das A und O, um in Zeiten wie diesen erfolgreich zu bleiben. Dabei ging es nicht nur um uns, sondern vor allem auch um die vielen Mitarbeiter, die wir hier beschäftigen.“ Ihr Mann Guido nickt. „Wir haben hier viel Gastronomie und kennen kein Konkurrenzdenken. Als es mit Corona losging, haben wir die Kollegen in den umliegenden Gasthöfen besucht und mit jedem gesprochen, das tat echt gut. Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen. Das war hier schon immer so.“ Während der ersten Zeit wurden zum Beispiel nicht alle Speisen angeboten, aber schon nach wenigen Wochen lief es in der Haarmühle spürbar wieder an. „Das liegt daran, dass wir echt alles gegeben haben, um so schnell wie möglich wieder das volle Programm bieten zu können“, erklärt Anne Brüggemann, „schließlich soll sich bei uns jeder kulinarisch rundum wohlfühlen und dabei das einmalige Ambiente hier genießen. Die Brüggemanns haben schon immer gästeorientiert gedacht und gehandelt, nur so hat man auch über Generationen hinweg nachhaltigen Erfolg.“

Dazu gehörte auch, dass sie die alten Öffnungszeiten des Traditionslokals schon vor einigen Jahren abgeschafft hat. „Ich persönlich hasse es, unvermittelt vor verschlossenen Türen zu stehen. Heute muss man entsprechend der Nachfrage reagieren und hochflexibel sein.“ Seitdem hat die Haarmühle, bis auf Heiligabend, das ganze Jahr über täglich von 9 bis 22:30 Uhr geöffnet. „Wir beginnen den Tag mit Kuchen, weil der für unsere holländischen Gäste morgens einfach dazugehört, und wir hören abends mit Kuchen zum Dessert auf. Dazwischen bekommt man bei uns alles, was die Gäste wünschen, von der holländischen Krokette bis zum edlen Steak.“ Wem die Standardkarte nicht reicht, der wird mit Sicherheit auf Brüggemanns Saisonkarte fündig. „Während der Wintersaison experimentieren wir gerne, probieren neue Rezepte aus oder geben überlieferten Rezepten unsere persönliche Note. Man möchte halt immer was Besonderes bieten. Dabei beziehen wir Wild, Fleisch, Gemüse und Obst ganz bewusst von ausgesuchten Anbietern aus der Region.“

Die historische Mühle wurde Ende der 80er vom Fürst Salm-Salm zu Anholt an die Stadt Ahaus verkauft. Die Stadt Ahaus hat die Mühle dann entsprechend restauriert und in Stand gesetzt. Clemens-August Brüggemann hat damals symbolisch den Schlüssel zur Mühle bekommen, d.h. wir kümmern uns die Mühle, machen Führungen und erledigen kleine Reparaturen. Besitzer ist aber nach wie vor die Stadt Ahaus.

Das Mahlwerk funktioniert und wir mahlen auch von Zeit zur Zeit Korn (z.B. am Deutschen Mühlentag oder wenn wir Besuch von Kindergärten oder Schulklassen haben). Aber das machen wir nur zur Veranschaulichung. Das Mehl hat für unsere Zwecke sicher nicht die Qualität, die wir brauchen. Außerdem können wir solch große Mengen, wie wir sie brauchen, gar nicht herstellen. Sonntags hat unser Backhaus geöffnet, da gibt es dann unser berühmtes Haarmühle-Schwarzbrot. Und man bekommt auch immer noch den wunderbaren selbstgebackenen Apfelkuchen von meiner Oma, wegen dem manche Gäste extra anreisen“, führt Frau Brüggemann fort.

3.
  • 1930 Clemens-August Brüggemann eröffnet einen Ausschank für Kaffee, Tee, Mineralwasser, Milch, Flaschenbier etc.

„Stolz auf die Familientradition und Anleihen bei der Vergangenheit sind auch für uns immer schon wichtig gewesen“, sagt Rüdiger Sasse, „sich zu fragen: Wie haben es die Vorväter gemacht und wie kann ich dieses Wissen heute anwenden?“ Keiner kann das besser beurteilen als er. Die Brennerei seiner Familie kämpfte nämlich wegen des starken Absatzrückgangs bei Kornbränden schon länger um das wirtschaftliche Überleben, als Rüdiger Sasse am Nikolausabend 1987 im Keller des Elternhauses zufällig auf eine Flasche Korn stieß, die noch von seinem Urgroßvater Theo Sasse destilliert wurde. „Es war ein unglaublich vielschichtiger, geschmackvoller Korn, der mich wirklich inspirierte und dann zur Geburt unseres Lagerkorns führte. Seitdem haben wir einen langen Weg hinter uns und es war ganz bestimmt nicht immer einfach, aber das Durchhalten hat sich gelohnt. Heute werden hochwertige, handwerklich hergestellte Produkte wieder viel mehr wertgeschätzt und es läuft richtig gut bei uns.“

Mittlerweile hat es die Feinbrennerei bis in die erste Liga der Destillerien geschafft. Sasses edler Lagerkorn aus dem Münsterland wird in Barriquefässern ausgebaut, wo er seine traditionell braune Farbe bekommt. „Unser Getreide stammt aus dem Münsterland und wir haben unsere eigene Wasserquelle. Heimatboden, Klima, Wind, Reifung, das alles spielt eine wichtige Rolle, damit unser Korn seinen typischen Charakter entwickelt.“ Dessen „Outstanding Quality“ wurde bereits offiziell in London bestätigt, als er tatsächlich den Preis als bester Whisky gewann. „Ich bin viel international unterwegs und stelle immer wieder fest, dass wir uns hier unserer Stärken oft nicht bewusst sind. Dazu gehören für mich beispielsweise Stolz, Verwurzelung und echte Gastfreundschaft.“

5.
6.

Weil man als Münsterländer anderen Münsterländern
einfach hilft.

RÜDIGER SASSE

Guido Brüggemann, der sich um das Marketing der Haarmühle kümmert, pflichtet ihm bei. „Das stimmt voll und ganz. Aber trotz aller Tradition und Bodenhaftung muss man flexibel genug bleiben, um sich einem sich ständig verändernden Markt anpassen zu können und dabei trotzdem authentisch zu bleiben.“

Auch Branchenkenner Rüdiger Sasse findet es wichtig, stets Kontinuität zu bewahren, besonders in Zeiten des permanenten Umbruchs. „Die Gästestruktur und das Konsumverhalten wandeln sich und es entsteht ein ständiger Veränderungsdruck, unter dem die Gastronomie und die bekannte deutsche Gastlichkeit momentan besonders leiden. Aber gerade in einer Zeit, in der Angebote immer austauschbarer werden und nur noch der Preis zählt, sollte man trotzdem weiter den Mut zum eigenen Weg bewahren, zu einem nachhaltigen Weg, für den man langfristig denken muss. Bei den Brüggemanns und auch bei uns erkennt man dieses Denken zum Beispiel am regionalen Konzept, am klaren Bekenntnis zur Heimat oder an der kompromisslosen Qualität.“

  1. Kornkenner vor der alten Mühle: Rüdiger Sasse, der Kornbrenner, 
    und Anne und Guido Brüggemann, die das Korn dort mahlen.
  2. Gute Nachbarn unter sich. Man trifft sich am Ufer der heimatlichen Aa, wo man schon als Kind ins kalte Wasser hüpfte.
  3. Die denkmalgeschützte Festscheuen aus dem 18. JH
  4. Anne Brüggemann, Gastronomin aus Tradition und Leidenschaft
  5. Rüdiger Sasse, German-True-Korn-Pionier aus Leidenschaft
  6. Guido Brüggemann, mit dem Blick in die Zukunft ohne die Tradition zu vernachlässigen.
2.

Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

ANNE BRÜGGEMANN

In der Haarmühle kann man nicht nur hervorragend essen und trinken, sondern auch rundherum gemütlich Ruderboot fahren, die alte Mühle besichtigen und zu Fuß oder mit dem Rad das grenzüberschreitende Natur-Erlebnis-Gebiet Witte Venn erkunden. Bewirtschaftet wird der Gasthof von Familie Brüggemann, heute bereits in vierter Generation von Anne und Guido Brüggemann. Sie haben gerade Besuch von Rüdiger Sasse, dessen Feinbrennerei den Gasthof seit vielen Jahren beliefert. Seine hochwertigen, regionalen Produkte genießen mittlerweile Kultstatus. Man kennt und schätzt sich gegenseitig, und während des Gesprächs spürt man etwas, das sich wohl am besten, frei nach einem bekannten Werbeslogan, mit „Wie das Land, so die Menschen“ beschreiben lässt.

4.

Stattdessen nutzt man gegenseitige Impulse und versucht, sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

ANNE BRÜGGEMANN

Im und vor dem Lokal brummt es, fast alle Tische sind besetzt – trotz Corona-Auflagen und einem strengen Hygienekonzept. Anne Brüggemann ist stolz darauf. „Wir haben uns sehr schnell etwas einfallen lassen, um uns an die neuen Bedingungen anzupassen, Flexibilität ist nämlich das A und O, um in Zeiten wie diesen erfolgreich zu bleiben. Dabei ging es nicht nur um uns, sondern vor allem auch um die vielen Mitarbeiter, die wir hier beschäftigen.“ Ihr Mann Guido nickt. „Wir haben hier viel Gastronomie und kennen kein Konkurrenzdenken. Als es mit Corona losging, haben wir die Kollegen in den umliegenden Gasthöfen besucht und mit jedem gesprochen, das tat echt gut. Man tauscht sich aus und versucht sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen. Das war hier schon immer so.“ Während der ersten Zeit wurden zum Beispiel nicht alle Speisen angeboten, aber schon nach wenigen Wochen lief es in der Haarmühle spürbar wieder an. „Das liegt daran, dass wir echt alles gegeben haben, um so schnell wie möglich wieder das volle Programm bieten zu können“, erklärt Anne Brüggemann, „schließlich soll sich bei uns jeder kulinarisch rundum wohlfühlen und dabei das einmalige Ambiente hier genießen. Die Brüggemanns haben schon immer gästeorientiert gedacht und gehandelt, nur so hat man auch über Generationen hinweg nachhaltigen Erfolg.“

Dazu gehörte auch, dass sie die alten Öffnungszeiten des Traditionslokals schon vor einigen Jahren abgeschafft hat. „Ich persönlich hasse es, unvermittelt vor verschlossenen Türen zu stehen. Heute muss man entsprechend der Nachfrage reagieren und hochflexibel sein.“ Seitdem hat die Haarmühle, bis auf Heiligabend, das ganze Jahr über täglich von 9 bis 22:30 Uhr geöffnet. „Wir beginnen den Tag mit Kuchen, weil der für unsere holländischen Gäste morgens einfach dazugehört, und wir hören abends mit Kuchen zum Dessert auf. Dazwischen bekommt man bei uns alles, was die Gäste wünschen, von der holländischen Krokette bis zum edlen Steak.“ Wem die Standardkarte nicht reicht, der wird mit Sicherheit auf Brüggemanns Saisonkarte fündig. „Während der Wintersaison experimentieren wir gerne, probieren neue Rezepte aus oder geben überlieferten Rezepten unsere persönliche Note. Man möchte halt immer was Besonderes bieten. Dabei beziehen wir Wild, Fleisch, Gemüse und Obst ganz bewusst von ausgesuchten Anbietern aus der Region.“

Die historische Mühle wurde Ende der 80er vom Fürst Salm-Salm zu Anholt an die Stadt Ahaus verkauft. Die Stadt Ahaus hat die Mühle dann entsprechend restauriert und in Stand gesetzt. Clemens-August Brüggemann hat damals symbolisch den Schlüssel zur Mühle bekommen, d.h. wir kümmern uns die Mühle, machen Führungen und erledigen kleine Reparaturen. Besitzer ist aber nach wie vor die Stadt Ahaus.

Das Mahlwerk funktioniert und wir mahlen auch von Zeit zur Zeit Korn (z.B. am Deutschen Mühlentag oder wenn wir Besuch von Kindergärten oder Schulklassen haben). Aber das machen wir nur zur Veranschaulichung. Das Mehl hat für unsere Zwecke sicher nicht die Qualität, die wir brauchen. Außerdem können wir solch große Mengen, wie wir sie brauchen, gar nicht herstellen. Sonntags hat unser Backhaus geöffnet, da gibt es dann unser berühmtes Haarmühle-Schwarzbrot. Und man bekommt auch immer noch den wunderbaren selbstgebackenen Apfelkuchen von meiner Oma, wegen dem manche Gäste extra anreisen“, führt Frau Brüggemann fort.

3.
  • 1930 Clemens-August Brüggemann eröffnet einen Ausschank für Kaffee, Tee, Mineralwasser, Milch, Flaschenbier etc.

„Stolz auf die Familientradition und Anleihen bei der Vergangenheit sind auch für uns immer schon wichtig gewesen“, sagt Rüdiger Sasse, „sich zu fragen: Wie haben es die Vorväter gemacht und wie kann ich dieses Wissen heute anwenden?“ Keiner kann das besser beurteilen als er. Die Brennerei seiner Familie kämpfte nämlich wegen des starken Absatzrückgangs bei Kornbränden schon länger um das wirtschaftliche Überleben, als Rüdiger Sasse am Nikolausabend 1987 im Keller des Elternhauses zufällig auf eine Flasche Korn stieß, die noch von seinem Urgroßvater Theo Sasse destilliert wurde. „Es war ein unglaublich vielschichtiger, geschmackvoller Korn, der mich wirklich inspirierte und dann zur Geburt unseres Lagerkorns führte. Seitdem haben wir einen langen Weg hinter uns und es war ganz bestimmt nicht immer einfach, aber das Durchhalten hat sich gelohnt. Heute werden hochwertige, handwerklich hergestellte Produkte wieder viel mehr wertgeschätzt und es läuft richtig gut bei uns.“

Mittlerweile hat es die Feinbrennerei bis in die erste Liga der Destillerien geschafft. Sasses edler Lagerkorn aus dem Münsterland wird in Barriquefässern ausgebaut, wo er seine traditionell braune Farbe bekommt. „Unser Getreide stammt aus dem Münsterland und wir haben unsere eigene Wasserquelle. Heimatboden, Klima, Wind, Reifung, das alles spielt eine wichtige Rolle, damit unser Korn seinen typischen Charakter entwickelt.“ Dessen „Outstanding Quality“ wurde bereits offiziell in London bestätigt, als er tatsächlich den Preis als bester Whisky gewann. „Ich bin viel international unterwegs und stelle immer wieder fest, dass wir uns hier unserer Stärken oft nicht bewusst sind. Dazu gehören für mich beispielsweise Stolz, Verwurzelung und echte Gastfreundschaft.“

5.
6.

Weil man als Münsterländer anderen Münsterländern
einfach hilft.

RÜDIGER SASSE

Guido Brüggemann, der sich um das Marketing der Haarmühle kümmert, pflichtet ihm bei. „Das stimmt voll und ganz. Aber trotz aller Tradition und Bodenhaftung muss man flexibel genug bleiben, um sich einem sich ständig verändernden Markt anpassen zu können und dabei trotzdem authentisch zu bleiben.“

Auch Branchenkenner Rüdiger Sasse findet es wichtig, stets Kontinuität zu bewahren, besonders in Zeiten des permanenten Umbruchs. „Die Gästestruktur und das Konsumverhalten wandeln sich und es entsteht ein ständiger Veränderungsdruck, unter dem die Gastronomie und die bekannte deutsche Gastlichkeit momentan besonders leiden. Aber gerade in einer Zeit, in der Angebote immer austauschbarer werden und nur noch der Preis zählt, sollte man trotzdem weiter den Mut zum eigenen Weg bewahren, zu einem nachhaltigen Weg, für den man langfristig denken muss. Bei den Brüggemanns und auch bei uns erkennt man dieses Denken zum Beispiel am regionalen Konzept, am klaren Bekenntnis zur Heimat oder an der kompromisslosen Qualität.“

  1. Kornkenner vor der alten Mühle: Rüdiger Sasse, der Kornbrenner, 
    und Anne und Guido Brüggemann, die das Korn dort mahlen.
  2. Gute Nachbarn unter sich. Man trifft sich am Ufer der heimatlichen Aa, wo man schon als Kind ins kalte Wasser hüpfte.
  3. Die denkmalgeschützte Festscheuen aus dem 18. JH
  4. Anne Brüggemann, Gastronomin aus Tradition und Leidenschaft
  5. Rüdiger Sasse, German-True-Korn-Pionier aus Leidenschaft
  6. Guido Brüggemann, mit dem Blick in die Zukunft ohne die Tradition zu vernachlässigen.
2.

Einer der schönsten Landgasthöfe des Münsterlands

Das idyllische Landgut rund um die Haarmühle gehörte seit 1188 Grafen und Bischöfen. Seitdem haben die Besitzer immer wieder gewechselt, aber die wunderschöne Landschaft und die historischen Gebäude sind geblieben und atmen bis heute westfälische Geschichte. 1905 übernahm der Landwirt Josef Clemens August Brüggemann das Gut Haarmann mitsamt der alten Wassermühle als Pächter, 1930 eröffnete er den ersten kleinen Ausschank mit Kaffee, Tee, Mineralwasser und Flaschenbier. Die Geschäftsidee kam gut an und aus dem landwirtschaftlichen Betrieb wurde im Laufe der Jahrzehnte ein beliebter Gasthof.

In einer umgebauten Scheune aus dem Jahr 1865 befindet sich heute das Restaurant „Däle“. Dort serviert Familie Brüggemann neben traditionellen Gerichten auch moderne Küche mit Spezialitäten aus der Region. Im früheren Bauernhaus schmücken original Delfter Kacheln die Wände bis zur Decke des Raumes und schaffen eine einmalig gemütliche Atmosphäre. Man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen hier einst bei Korn und Kaffee beisammensaßen und sich Westmünsterländer Döönken erzählten.